Die richtige Domain finden: .de, neue Endungen und was beim Registrieren zählt
Eine Domain ist die Adresse deiner Website, und sie begleitet dich oft jahrelang. Der Name ist schnell ausgesucht, die wirklich teuren Fehler passieren allerdings bei der Registrierung: falscher Inhaber, verpasste Verlängerung, ein Name, den niemand buchstabieren kann.
Was eine Domain eigentlich ist
Eine Domain ist ein Name wie beispiel-verein.de, der im Domain Name System (DNS) auf die Adresse eines Servers verweist. Du kaufst sie nicht, du mietest sie: Bei einer Registrierung erwirbst du ein Nutzungsrecht, meist für ein Jahr, das du verlängerst. Vergisst du das, fällt der Name nach einer Frist wieder frei, und jemand anderes kann ihn registrieren.
Die Endung heißt Top-Level-Domain (TLD). Für .de verwaltet die DENIC eG die zentrale Datenbank, du registrierst aber nicht direkt dort, sondern über einen Anbieter, der das für dich erledigt. Wichtig: Die Domain ist etwas anderes als Webhosting. Die Domain ist die Adresse, das Hosting das Haus dahinter. Beides kann bei verschiedenen Firmen liegen. Mehr zum Haus steht im Beitrag Webhosting auswählen.
Einen guten Namen finden
Ein guter Domainname besteht die Telefonprobe: Du sagst ihn einmal am Telefon, und dein Gegenüber schreibt ihn richtig auf. Daraus folgen ein paar Regeln.
- Kurz und aussprechbar. Je weniger Ziffern, Bindestriche und Sonderfälle, desto besser.
- Der Name, nach dem man dich sucht. Bei einem Verein ist das meist der Vereinsname, bei einem Betrieb Firmenname plus eventuell Ort.
- Keine Verwechslungsgefahr. Prüfe, ob es ähnlich klingende Namen bekannter Organisationen gibt. Marken- und Namensrechte gelten auch für Domains.
- Zukunftsfest. Steckt der Ort oder ein Produkt im Namen, wird er zum Problem, sobald sich beides ändert.
- Bindestriche sparsam. Ein einzelner ist in Ordnung, wenn der Name sonst missverständlich zu lesen wäre.
Umlaute sind bei vielen Endungen möglich, technisch als internationalisierte Domainnamen. Im Alltag sind sie riskanter, als sie aussehen: Manche Programme, Formulare oder E-Mail-Systeme kommen damit schlechter zurecht. Wer sicher gehen will, registriert zusätzlich die Schreibweise mit „ae“, „oe“, „ue“ und leitet sie auf die Hauptdomain um.
.de, .com oder eine neue Endung?
Für ein Publikum in Deutschland ist .de die naheliegende Wahl: Sie ist vertraut, wirkt seriös und wird nicht mit einem Ausland verwechselt. Neue Endungen wie .verein, .berlin oder .shop gibt es in großer Zahl. Sie können passend sein, wenn der Klang zum Angebot passt. Sie haben aber den Nachteil, dass Leute dennoch gern .de hinten anhängen und dann auf einer anderen Seite landen.
Eine pragmatische Faustregel: Ist die passende .de-Adresse frei, nimm sie. Ist sie vergeben, ist eine ehrliche Alternative mit anderem Namen meist besser als dieselbe Bezeichnung mit exotischer Endung. Und wenn du dir eine Zweitdomain leisten willst, sichere dir die naheliegenden Schreibvarianten, etwa mit Bindestrich, und leite sie auf die Hauptadresse um.
Beim Registrieren: Wer ist Inhaber?
Das ist der Punkt, an dem am häufigsten etwas schiefgeht. Der Domaininhaber ist derjenige, dem die Domain rechtlich gehört. Trage dort bei einem Verein den Verein ein, bei einem Betrieb die Firma, nicht die Person, die den Auftrag gerade erledigt.
Ein Klassiker: Ein engagiertes Mitglied oder ein externer Webdesigner meldet die Domain „mal eben“ auf sich selbst an. Jahre später ist das Mitglied ausgetreten, der Dienstleister nicht mehr erreichbar, und die Domain hängt an einer Person, die nichts mehr damit zu tun hat. Prüfe deshalb Folgendes:
- Der Inhaber ist die Organisation mit vollständigem Namen und korrekter Anschrift.
- Es gibt einen eigenen Kundenzugang beim Anbieter, dessen Zugangsdaten mindestens zwei Verantwortliche kennen.
- Die hinterlegte E-Mail-Adresse ist eine Funktionsadresse wie
vorstand@…und kein privates Postfach einer einzelnen Person. - Die Kontaktdaten sind aktuell, denn Erinnerungen und Mitteilungen gehen genau dorthin.
Beachte auch, dass Inhaberdaten je nach Endung teilweise öffentlich abfragbar sein können. Wie viel davon sichtbar ist, hängt von der Endung und dem Anbieter ab, schau in die Angaben beim Bestellvorgang.
Laufzeit, Verlängerung und Umzug
Stelle die Verlängerung möglichst auf automatisch, aber verlasse dich nicht darauf. Wenn eine hinterlegte Zahlungsart ausläuft, scheitert die Verlängerung still. Trag dir den Ablauftermin zusätzlich im Vereinskalender oder in der Aufgabenliste ein, mit Vorlauf von etwa einem Monat.
Willst du zu einem anderen Anbieter wechseln, brauchst du in der Regel einen Transfercode (auch Autorisierungscode genannt), den dir der bisherige Anbieter ausstellt. Kläre vor einem Umzug, ob E-Mail und Website an denselben Stellen hängen, sonst fällt beides kurz aus. Lass die DNS-Einstellungen, also Website-Adresse und Mail-Weiterleitung, vorher notieren.
Nach der Registrierung: die ersten Schritte
- Weiterleitung von www und ohne www einrichten, damit beide Schreibweisen bei derselben Seite landen.
- HTTPS aktivieren. Das Zertifikat sorgt für die verschlüsselte Verbindung, viele Anbieter bieten es inklusive an.
- E-Mail-Adressen unter der Domain anlegen. Eine Adresse mit eigener Domain wirkt professioneller als ein Freemail-Konto.
- Zugangsdaten sicher dokumentieren. Gute Passwörter und Zuständigkeiten sind auch Thema im Beitrag Website-Sicherheit für kleine Seiten.
Ein Beispiel aus der Praxis
Angenommen, der „Gesangverein Eintracht Musterhausen“ will eine Adresse. Naheliegend wären etwa eintracht-musterhausen.de oder gesangverein-musterhausen.de. Beide sind kurz genug, beide enthalten den Ort. Am Telefon ließe sich der zweite leichter diktieren, der erste entspricht eher dem, wie sich der Verein selbst nennt. Entscheidet euch im Vorstand einmal bewusst, und nutzt danach überall dieselbe Schreibweise, auf Flyern, Briefköpfen und in E-Mail-Signaturen.
Was du nicht brauchst
Du musst keine Dutzend Endungen „auf Vorrat“ registrieren. Wer dir das im Bestellvorgang nahelegt, verkauft dir vor allem zusätzliche Verlängerungen. Sichere die Hauptdomain, allenfalls ein bis zwei Varianten, und konzentriere dich dann auf den Inhalt der Website.
Ebenfalls nicht nötig ist eine Domain, die Suchbegriffe enthält, in der Hoffnung, besser gefunden zu werden. Ein klarer Name, der zu deiner Organisation gehört, dient Besuchern mehr. Wenn du noch am Anfang stehst und überlegst, wie deine Vereinsseite insgesamt aufgebaut sein sollte, hilft dir Die Vereinswebsite weiter.